Der »Grüne Hügel« von Schwendt: Wagner tat es – dank Ludwig II. – und beide taten es auf ihre ganz eigene Art und Weise. Große Bauvorhaben brauchen finanzielle Sicherheit im Einvernehmen mit der Gunst der Muse. Von ihr geküsst zu werden heißt unumwunden ans Werk zu gehen.

Nun – ist es vollbracht: Als am 12. September mehr als 200 geladene Gäste zum Schwendter Hasenberg pilgerten, war es dem Bau- und Hausherrn Matthias Georg Kendlinger durchaus anzumerken, welchem Ereignis er die vergangenen sechs Monate Tribut zollte. Nun endlich öffnete die »heilige Halle«, die Komponierhäusl und Kammermusiksaal in sich vereint, ihre Pforten. Architekt Markus Rottenspacher konzipierte eine moderne Oase der Ruhe und Entspannung, die schlichte, schöpferische Eleganz vermittelt und bis zu 50 Musikfreunden Platz bietet. Für die ausgezeichnete Akustik zeichnet die renommierte Firma Müller-BBM verantwortlich, die Ihre Erfahrung u. a. in die weltbesten Konzertsäle einbringen konnte.

Das Eröffnungskonzert mit kammermusikalischen Interpretationen von Kendlingers meditativer Dichtung »Heilung«, seines Klavierkonzertes »Larissa« und Beethovens Streichquartett 18/1 ließ Richard Wagners Gemeinschaftsgedanken aufkeimen. Hier wird Kendlinger fortan seine Noten zu Papier bringen, Castings veranstalten und in besonderem Maße die Tradition der Hauskonzerte aufleben lassen.

Nach dem Einzug der Bundesmusikkapelle Schwendt lockte das eigens errichtete Festzelt zur 20. Geburtstagsfeier der Klassikschmiede DaCapo Österreich. In den Augen von Larissa und Matthias Georg Kendlinger spiegelten sich Freude, Stolz und Dankbarkeit – konnten ihre K&K-Ensembles in bislang über 1500 Konzerten schon viele Herzen gewinnen. Die quer durch Europa zurückgelegten Gastspielreisen würden beachtliche 14 Mal um den Erdball reichen.

Unter den Gratulanten fanden sich Verwandte, Freunde, Bekannte, Geschäftspartner, Mitarbeiter, Musiker, Sänger und Tänzer ein, die sich auf vielfach traditionelle Weise mit ausgesuchten Gastgeschenken herzlich bedankten und mit ukrainischen wie waschechten Tiroler Weisen gegenseitig ein Stück näher brachten … unvergessliche emotionale Momente, die auf zwei Jahrzehnte engagiertes Kulturschaffen zurückblicken ließen und zugleich Lust und Neugierde wecken, den erfolgreich eingeschlagenen Weg gemeinsam fortzusetzen.

Spaß an der Kunst: Seinerzeit, vor 30 Jahren, als sein Großvater eine Kuh in Zahlung gab, um dem Enkel eine »Hohner Morino« zu schenken, war dies ein wahnsinnig teures Instrument – ein Traum von einem Akkordeon. Kendlingers ereignisreicher Weg beschreibt einen künstlerischen Aufbruch in der Gewissheit, seinem Publikum immer genau das zu geben, was für ihn selbst ein wertvolles Stück Lebensqualität ausmacht – mit der Seele zu musizieren, Frohsinn zu vermitteln …

ORF-Dokumentation

Dokumentation über Matthias Georg Kendlinger und seine K&K Philharmoniker: Ein Jahr ließ sich Impresario Matthias Georg Kendlinger über die Schulter blicken: während der Konzert-Tourneen, der „Tiroler Beethoven-Tage“ – auf und hinter der Bühne, auch im privaten Umfeld seines Heimatortes Schwendt. Nun sind viele Stunden der Begegnung, gemeinsamer Arbeit, jede Menge Erinnerungen und Emotionen „im Kasten“ – reichlich Material für eine spannende 30-minütige Dokumentation, zu der das ORF Fernsehen in der Reihe „art.genossen“ am „kultur.montag“, 4. Juli, ab 22:30 Uhr, auf ORF 2 einlädt.

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Foto: Tiroler Beethoven-Tage im Passionsspielhaus Thiersee © Josef Kendlinger